Man unterscheidet bei den Prozessionen Grundtypen, deren Aspekte sich häufig überschneiden:
    die funktionale Prozession (gestaltetes Gehen), bei der heiligen Messe z. B. der (feierliche) Einzug und die Gabenprozession
    die theophore (die Gottheit oder Göttliches mitführende) Prozession, das Mitführen und Zeigen eines verehrten Gegenstandes oder Symbols, zum Beispiel des Allerheiligsten in der Fronleichnamsprozession oder einer anderen Sakramentsprozession, die Palmprozession oder Reliquienprozessionen
    die mimetische Prozession (das Nachahmen eines heilsgeschichtlichen oder mythologischen Geschehens), z. B. die Palmprozession, Karfreitagsprozession
    Flurumgänge oder Flurumritte in Anlehnung an germanische Rechts- und Kultbräuche, wonach jeder Grundeigentümer einmal im Jahr seinen Besitz umschreiten musste, um den Besitzanspruch aufrechtzuerhalten oder Gefahren abzuwenden, z. B. Flur- oder Bittprozessionen, Hagelprozessionen oder Reiterprozessionen zu Ehren von (Reiter-)Heiligen oder als Osterritt
    die demonstrative Prozession (in Bewegung gebrachte Versammlungen), z. B. feierliches Geleiten eines neugeweihten Bischofs zum Bischofshaus, Prozession mit dem Sarg bei der kirchlichen Begräbnisfeier.
    Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist auch das Bild von der Kirche als „wanderndem Gottesvolk“ bestimmend geworden, dessen Mitte Christus, das „Brot des Lebens“, ist.

Bei der Fronleichnamsprozession überschneiden sich das theophore (Mitführen des Allerheiligsten in der Monstranz) und das demonstrative Element. Mit dem viermaligen Vortrag des Evangeliums und der Erteilung des sakramentalen Segens in alle Himmelsrichtungen und über die Stadt werden auch Elemente der Flurumgänge aufgenommen. Im Rheinland wird die eucharistische Prozession mancherorts Gottestracht genannt (von mhd. trahte, Substantiv zu tragen).
Blutritt in Weingarten, ca. 1865
Prozession in St. Ingbert, Albert Weisgerber, 1910
Mülheimer Gottestracht, Fronleichnam 2005
Buddhistische Vesakh-Prozession in Indonesien

Bei Prozessionen ist der Vorgang des feierlichen Schreitens entscheidend, während es kennzeichnend für Wallfahrten und Pilgerfahrten ist, dass sie zu einem - oftmals weit entfernten - Ziel führen. Wallfahrten werden oft auf dem letzten Stück vor Erreichen des Zieles, etwa dem Weg vom Ortsrand des Wallfahrtsortes zur Wallfahrtskirche, als Prozession gestaltet („Einholen“ der Wallfahrt).

Während einer Prozession können Litaneien, Psalmen oder Hymnen gebetet oder gesungen oder der Rosenkranz gebetet werden. Katholische Prozessionen in Mitteleuropa werden oft von Blasmusikkapellen begleitet. Diese intonieren Kirchenlieder oder Prozessionsmärsche, die die Andacht fördern und das gemeinsame Gehen erleichtern sollen. Die Straßenränder und Häuser sind häufig durch Fähnchen, frische Zweige und Blumen geschmückt. Im oberbayerischen Alpenvorland und im österreichischen alpenländischen Raum werden anstelle der Prozessionsfähnchen meist rote sogenannte „Ziertücher“, oft mit Goldbordüren versehen, an den Fensterbrettern der Häuser angebracht. Mancherorts werden auf dem Prozessionsweg kunstvolle Blumenteppiche gelegt. Früher waren auch „Triumphbögen“ über dem Weg üblich, heute noch als „Ehrenpforte“ in Mardorf bei Amöneburg in Hessen.

Sonderformen der Prozession sind

    abendliche Lichterprozessionen, bei denen die Prozessionsteilnehmer Kerzen tragen, häufig an Wallfahrtsorten oder aus Anlass von Festwochen oder Festoktaven
    die in Oberschwaben, Tirol, im Schwarzwald, im Bayerischen Wald und in der Lausitz verbreiteten Reiterprozessionen (Blutritt in Weingarten, Sankt-Jodok-Ritt in Tännesberg, Antlassritt, Kötztinger Pfingstritt, Leonhardifahrt von Bad Tölz, das sorbische Osterreiten, im Rheinland der Gymnicher Ritt)
    die Echternacher Springprozession
    Schiffsprozessionen, z. B. auf dem Chiemsee, dem Staffelsee in Seehausen und auf dem Rhein die Mülheimer Gottestracht in Köln-Mülheim.

 

 

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